April 2006

Als Fortsetzung unseres Wohnzimmers und als Übergang in den Garten hatten wir eine Terrasse geplant. Da noch mit einer Setzung der Baugrube zu rechnen war und wir Holz sehr gerne haben, sollte diese in Holzbauweise entstehen, obwohl die Lage (Hanglage mit Wald ⇒ viel Feuchtigkeit im Winter) nicht optimal für Holz ist. Wir wollten auf Tropenholz verzichten, daher entschieden wir uns für Douglasie auf einem Fichten - Unterbau. Nachdem wir den Platz für unsere zukünftige Terrasse mit einer Trockenmauer eingefaßt hatten, wurde die wurde die Ebene etwa 30 cm bis auf 20 cm unter dem Fußboden - Niveau mit Split aufgefüllt. Anschließend wurde sich geärgert und das vergessene Wurzelvlies unter die Splittschicht gelegt. Trotz des mächtigen Schotterunterbaues machten wir uns Sorgen um eine Besiedelung des Terrassenuntergrundes durch Pflanzen und Tiere.

Auflieger Auflieger Die vorgesehenen Maße waren 8m x 4,75m. Da die Dielen alle ca. 60 cm einen Auflieger bekommen sollten, waren also rund 14 x 9 = 126 Auflagepunkte für die Konstruktionshölzer erforderlich. Diese wurden aus Beton - Knochensteinen errichtet und mit Hilfe einer Meßlatte ausgerichtet. Dabei wurde ein Gefälle von 2% (entspricht 9,5 cm auf 4,75 m) vom Haus weg vorgesehen. Auflieger

Nun wurden die Holzarbeiten begonnen. Die Unterkonstruktion besteht aus thermobehandelter Fichte. Für die 9 x 8 Meter sind also 18 Balken und für die Terrassentüraussparung ein weiterer Balken notwendig. Die Beplankung berechnet sich aus 800 cm /(14,5 cm Dielenbreite + 1 cm Fuge) = 52 Dielen. (Die Fugenbreite von 1 cm wurde empfohlen, mittlerweile würde ich zu 0,5 cm tendieren.) Die Anzahl der Balken und Planken wurden für die Bestellung jeweils leicht aufgerundet.

Die Anzahl der notwendigen Schrauben beträgt 2 pro Auflagepunkt und Diele, also 2 x 9 x 52 = 936 Stück. Die Materialliste fiel also wie folgt aus und wurde bereits 2 Monate im voraus bestellt:

  • 55 Stück Douglasie Kombidiele, Sichtseite gezahnt, Unterseite geriffelt, 2,8 x 14,5 x 500 cm
  • 20 Stück Felix-Plato Fichte Thermoholz Resistenzklasse 1, 4,2 x 6,7 x 420 cm
  • 12 Stück Gartenholzschraube A2 4,5 x 60 cm (á 90 Stück), Torx
Auflieger
Die Fichtenbalken werden auf die Auflagepunkte aufgelegt und später durch die Dielen fixiert. in der Mitte überlappen sie um ca. 40 cm.

 
 

Master - Diele Begonnen wurde mit einer Diele in der Mitte. Wir begannen mit der Ecke der Terrassentür. Diese Diele wurde im 90 ° Winkel zur Hauswand ausgerichtet. Zur Hauswand und zur Trockenmauer blieben jeweils 1 cm Abstand. Alle weiteren Dielen wurden an dieser mit Hilfe von 1 cm Rundstäben als Abstandshalter ausgerichtet.

 

Beplankung Beplankung Die Einrichtung der Auflieger war eine Arbeit, die sehr gut alleine zu bewältigen war. Für die nun folgende Montage der rund 1000 Schrauben stellten sich dankenswerterweise unser beide Väter zur Verfügung, so dass diese Arbeit mit vier Personen durchgeführt werden konnte. Die Arbeitschritte sahen für jede einzelne Diele wie folgt aus:

  • Ablängen der Dielen von 5 Metern auf das notwendige Maß zwischen 4,75 und 4,95 Metern. Durch die Trockenmauer traten Längenunterschiede bis zu 2 cm auf. Um unnötige Spalten zu vermeiden mußte jede Diele individuell abgesägt werden.
  • Anlegen der Diele an die letzte befestigte Diele mit den Rundstäben als Abstandshalter.
  • Vorbohren und versenken der 18 Schraubenlöcher. Dazu wurde ein am Bohrer befestigter Versenker verwendet, so daß dies in einem Arbeitsgang erfolgte. Durch das vorbohren und versenken sollten aufstehende Holzspreisel vermieden werden.
  • Verschrauben der Diele
  • Herausbohren der abgerissenen Schraube, falls wieder jemand das Drehmoment zu hoch eingestellt hatte

Am Abend diese Tages waren wir die stolzen Besitzer einer wunderschönen Holzterrasse. Die Unterseiten blieben offen, um einen Luftdurchzug und damit ein trockenes Klima unter der Terasse zu ermöglichen. Die rötliche Farbe ist mittlerweile verblichen und einem silbergrau-braunen Farbton gewichen. Ansicht von unten Terrasse nach der Fertigstellung Terrasse nach der Fertigstellung Terrasse 2008

 

P.S. Die auf den mittleren Bildern sichtbaren Holzteile auf der Wiese gehören zu dem in Fertigbaueise erstellten Nachbarhaus. Auch dieses wurde innerhalb eines Tages gebaut. Aber die hatten ja auch einen Kranwagen...

Schweren Herzens entschlossen wir uns im Jahr 2016, die Terrasse nach 10 Jahren zu renovieren. Die Tragfähigkeit des Holzes war nach wie vor gut, jedoch bildete sich aufgrund der zum Teil verschatteten Lage jedes Jahr erheblicher Moosbewuchs. Diesen entfernten wir regelmäßig mit dem Hochdruckstrahler. Trotzdem wurden die Dielen in diesen Bereichen schwarz und unansehnlich.

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Erfahrung ist eine nützliche Sache - leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie gebraucht hätte...
  
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