Unser Grundstück liegt sehr idyllisch am Waldrand und, leider, auch an einem Hang. Geländeprofil Die mittlere Steigung beträgt ca. 18%, im unteren Drittel liegt sie jedoch zwischen 20% und 40%. Dies bedeutet für unsere hinter dem Haus gelegene Terrasse, dass hangseitig ein Höhenunterschied von ca. 2m abzufangen war. Die Lösung "Betonmauer" kam für uns nicht in Frage, da die Mauer im Blickbereich des Wohnzimmers liegt. Eine Pflanzringlösung wollten wir uns aus dem gleichen Grund an dieser Stelle auch nicht antun, zumal wir bereits an anderer Stelle den Hang mit Pflanzringen abgefangen hatten. Wir entschieden uns für eine Kombination aus Böschung und einer Trockenmauer.

 

Verfüllen (Juli \'04) Zuerst wurde jedoch die Baugrube wieder aufgefüllt und verdichtet. Darauf kam eine 50 cm hohe Schicht grober Schotter. Dieser wurde abgerüttelt. Nach Fertigstellung der Mauer wurde die geschotterte Terrassenebene mit einer ca. 30 cm hohen Splitschicht bis ca. 20 cm unter Fußboden - Niveau aufgeschüttet und wiederum abgerüttelt.

 
 
 

Aufschütten (August \'05) Querschnitt Die Böschung wurde zwischenzeitlich mit Balken und Brettern gesichert. Das L - Förmige Fundament wird nicht extra ausgeschachtet, da die Mauer direkt auf der 50 cm Schotterschicht sitzt und später nochmals mit der 30 cm dicken Splitschicht angefüllt wird. Die fertige Mauer sollte eine Höhe von 150 cm einschließlich Fundament haben. Nach Einfüllen der Splitschicht verblieben 120 cm Maueröhe über Split. Die Terrassenhöhe beträgt 20 cm, so dass die Mauer heute eine sichtbare Höhe von einem Meter hat. Die Breite liegt im Mauerfuß bei 70 cm und verjüngt sich nach oben bis auf 30 cm. Als Material dienten 3,7 m³, also ca. 9,6 Tonnen Muschelkalk.

 
 

Fundamentreihe (September \'05) Fundamentreihe (September \'05) Als erste Steinreihe, die später durch die Terrasse verdeckt wird, wurden große, flache Findlinge aus dem Aushub verwendet. In der Mitte der Arbeitsfläche der Arbeitstisch (2 Böcke mit Schaltafeln) und ein Holzklotz zum zurichten der Steine. Denn jeder Stein braucht sein "Gesicht". Das gelbe Drainagerohr im Hintergrund wurde hangseitig hinter die Mauer in den Schotter und Bruchstein eingelegt und soll einem besseren Wasserabfluß dienen. Gut zu sehen sind die Bruchsteine und die Reste vom Zurichten der Steine in zweiter Reihe . Diese bilden die Mauer hinter der vordern, sichtbaren Fasade. Die Mauer kommt so im Sockelbereich auf eine Breite von 60-80 cm.

Die Latten vorne und hinten auf dem rechten Bild sind mit einem Winkel von ca. 10° gesetzt. An ihnen sind Höhe der einzelnen Steinreihen Nägel eingeschlagen, über denen die rote Maurerschnur leicht gespannt hängt. So erreicht man schöne gleichmäßige Reihen und wird gezwungen, die Mauerneigung zum Hang einzuhalten.

 

Steine setzen (September \'05) Nun sitzen bereits die ersten drei Reihen. Hinter den Reihen sieht man den parallel zum wachsen der Mauer eingefüllten und festgestampften Schotter. Ebenso wurde mit der Erde verfahren, so dass die Mauer hangseitig nie mehr als eine Reihe hoch war.

Oft hört und liest man von einer hinter der Mauer einzubringenden Noppenbahn o.ä.. Dies soll verhindern, dass Erde durch die Mauer gespült wird. Meines Erachtens nach ist dies jedoch weder notwendig noch sinnvoll. Schotter tut das gleiche und fällt bei der Bearbeitung der Steine reichlich an.

Um eine satte Verbindung der zweiten Reihe auf dem Fundament zu erreichen, haben wir uns entschlossen eine Mörtelfuge aus Estrichbeton einzuziehen. Diese Fuge ist nicht durchgängig und damit elastisch und wasserdurchlässig. In der Mitte des Bildes der Mann, der der Mauer ihr "Gesicht" gab, mein Vater.

Fugendetail An diesem Detail läßt sich sehr schön erkennen, wie in den einzelnen Fugen kleine Splitter die Steine regelrecht verkeilen. Ebenso läßt sich erkennen, dass beinahe jeder Stein mehr oder weniger bearbeitet ist. Und als letztes kann man ein Versäumnis erkennen: Wir wollten die Zwischenräume der Mauer bewachsen lassen. Leider haben wir nicht bereits in der Bauphase Erde eingebracht, so das wir diese nach der Fertigstellung mühsam in die Fugen einbringen mußten.

Verfüllen (März \'06) fertige Mauer (März \'06) Nach einer Bauzeit von rund sieben Monaten (mit winterbedingten Unterbrechungen), war die Mauer fertig. Sehr gut kann man links die Mörtelfuge zwischen Fundament und zweiter Reihe erkennen. Rechtzeitg zur Pflanzzeit im März konnten wir die Erde verziehen und die über der Mauer liegende Böschung und die Mauerfugen bepflanzen. Hier die Dame des Hauses an der Arbeit.

Zwei Jahre später ist die Mauer begrünt:

Impressionen (2008) Impressionen (2008) Impressionen (2008)

 
 
 
 
 

Pflanzplan:

hoerst.de  
Erfahrung ist eine nützliche Sache - leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie gebraucht hätte...